Akupunktur

Der Gundgedanke der Taditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist, dass die Lebensenergie (Qi) mit ihren Anteilen an Yin und Yang durch ein System von miteinander verbundenen Leitbahnen (Meridiane) fließt.

Blockaden, Disharmonien und ein Ungleichgewicht von Yin und Yang innerhalb des Systems verursachen Schmerzen und Krankheiten, die sich in den verschiedenen Organen manifestieren können.

Den Zugang zu den Leitbahnen (Meridiane) ermöglichen die Akupunkturpunkte.

Quelle: NDR

Jeder kennt die haarfeinen Nadeln, viele schwören darauf - aber kaum jemand weiß, wie Akupunktur wirklich funktioniert. Die uralte Heilmethode der chinesischen Medizin hat sich besonders in der Schmerztherapie bewährt und wird inzwischen oft gemeinsam mit modernen Verfahren eingesetzt.

Immer mehr Ärzte kombinieren traditionelle medizinische Verfahren mit der modernen Schulmedizin, um für ihre Patienten eine sanfte und doch effektive Therapie zusammenzustellen. Mittlerweile zahlen sogar die Krankenkassen die Akupunktur-Behandlung bei ausgewählten Anwendungsgebieten, nämlich Schmerzen am Knie oder in der Lendenwirbelsäule. Und viele Patienten schwören auf die Behandlung mit den haarfeinen Nadeln aus geschliffenem Edelstahl.

Beschwerden durch gestaute Energie

Wie die Nadelstiche im Körper genau wirken, konnte die Wissenschaft bisher nicht sicher nachweisen. Die der chinesischen Medizin zugrundeliegende Philosophie geht davon aus, dass es im Körper Leitbahnen gibt, in denen die Lebensenergie Qi (Tschie ausgesprochen) und das Blut zirkulieren. Schmerzen entstehen, wenn Qi und Blut nicht mehr frei fließen können und sich die Energie staut. Die Energiebahnen, die Meridiane, durchziehen den ganzen Körper, sodass Schmerz nicht unbedingt nur am Ort des Staus entsteht, sondern auch an anderen Stellen. Die Akupunktur-Nadeln sollen den Stau lösen und so den Schmerz beseitigen.

Entspannende und schmerzlindernde Wirkung

Durch Abtasten finden Akupunktur-Spezialisten die gestaute Energie. Der Patient fühlt, wenn man darauf drückt, oft einen ausstrahlenden Schmerz und reagiert auf die richtig gesetzte Akupunktur-Nadel mit örtlichen Zuckungen. Die Akupunktur kann im ersten Moment etwas schmerzhaft sein, doch letztlich wirkt sie entspannend und schmerzlindernd.

Schmerzgedächtnis kann gelöscht werden

Zudem kann die Akupunktur das sogenannte Schmerzgedächtnis teilweise löschen und so eine krankhafte Übererregbarkeit des Nervensystems, wie sie bei vielen Schmerzpatienten vorliegt, teilweise oder ganz rückgängig machen. Der Körper lernt also, den Schmerz ein bisschen zu vergessen. Die Nadeln müssen bei einer Behandlung etwa 20 Minuten im Körper bleiben, um zu wirken.

Akupunktur wird vor allem bei muskulären Schmerzen eingesetzt. Sie hilft bei Rückenschmerzen, Kopf- und Nackenschmerzen häufig sehr effektiv. Bei chronischen Schmerzen gehören in der Regel auch Schmerzmittel zur Therapie, nur mit der Akupunktur lassen sich chronische Schmerzen meist nicht stoppen. Aber durch die Akupunktur kommen die Patienten mit einer geringeren Medikamentendosis aus - und leiden daher auch weniger an Nebenwirkungen.