strukturelle Osteopathie

Die strukturelle Osteopathie behandelt den aktiven und passiven Bewegungsapparat des Menschen. Sie beschäftigt sich vornehmlich mit der Biomechanik von Gelenken, den Muskeln, Bändern, Gefäßen und der Lymphe.

Dabei betonte Dr. Still (Begründer der Osteopathie) seinerzeit immer als wichtigsten Grundsatz die Regel der Flüssigkeiten (arterial rule): Ein Organ kann nicht gesund werden, egal um welches es sich handelt, solange die Körperflüssigkeiten in diesem betroffenen Organ nicht harmonisch fließen.

Mit diesem Grundsatz osteopathischer Philosophie war Still seinen Zeitgenossen um Jahrzehnte voraus. Heute erscheint diese Grundvoraussetzung als sehr logisch. Ist ein Organ nicht normal durchblutet, so können keine Nährstoffe angeliefert und keine Stoffwechselprodukte abtransportiert werden. Das Immunsystem, welches ebenfalls als Transportmittel den Blutweg nutzt, ist in einem minderdurchbluteten Gewebe erheblich geschwächt, Keime können ungehindert eindringen und Infektionskrankheiten verursachen.

Interessanterweise finden in der Strukturellen Osteopathie sehr viele konventionelle Techniken zur Mobilisation Anwendung, die aus dem Bereich der Manuellen Therapie und der Chiropraxis schon lange bekannt sind.

Der wesentliche Unterschied der Osteopathie zu anderen manuellen Therapie liegt in der Anwendung bestimmter Techniken bei bestimmten Indikationen.

Etliche Techniken erfuhren darüber hinaus erhebliche Verfeinerungen. So unterscheiden sich Techniken zur Manipulation der LWS beispielsweise erheblich durch die Hebellänge, welche zum Einsatz kommt und damit natürlich auch die Kraft, welche auf den Körper einwirkt. So werden in der Osteopathie fast ausschließlich die sogenannten Minimalhelbeltechniken angewandt, die ein Mindestmaß an Kraftausübung bedingen, aber durch die Stellung der Hebel äußerst effektiv sind.

Indikationen zur Behandlung mit Struktureller Osteopathie:

  • Radikuläre und pseudoradikuläre Syndrome
  • Bewegungseinschränkungen von Gelenken jeglicher Art
  • Migräne
  • Bewegungsschmerzen von Gelenken, Muskeln und ganzen Körperteilen
  • Bewegungseinschränkungen und Schmerzen nach Operationen
  • Hexenschuß“ und traumabedingte Rückenschmerzen
  • Stauchungen und Distorsionen der peripheren Gelenke (Hand, Fuß)
  • Behandlung nach Muskelfaserrissen
  • Mobilisation nach Endoprothesenversorgung
  • Behandlung bei Lymphstauungen ( v.a. nach vorangegangenen Traumata )
  • Schulterschmerzen und Schultersteife