Tinnitus

Das Gehör befindet sich ununterbrochen, Tag und Nacht, in Empfangsbereitschaft. Irgendwo lässt sich immer ein Geräusch wahrnehmen. Straßenlärm, Gespräche, Musik, Kleiderrascheln, Tippen auf der Computer-Tastatur, der eigene Atem und vieles mehr – meistens überlagern sich sogar verschiedene Geräuschimpressionen gleichzeitig. Das ist so alltäglich, dass totale Stille dagegen unnatürlich wirkt.

Im Alltag kaum anzutreffen, lässt sich völlige Stille in einem extra schalldicht erbauten Raum erreichen. Beim Aufenthalt darin zeigt sich, dass jeder dennoch Ohrgeräusche feststellt. Eine sogenannte Tinnitusbereitschaft beziehungsweise ein Grundtinnitus steckt in jedem Menschen. Während ein Teil der Bevölkerung dem Phänomen keine weitere Beachtung schenkt und es bei der üblichen Geräuschkulisse subjektiv nicht weiter wahrnimmt, fühlen sich andere vom Klingeln, Sirren, Rauschen, Summen, Pfeifen oder Pochen ihres Tinnitus permanent beeinträchtigt. Die Bandbreite der subjektiv empfundenen Hörstörung reicht dabei von „etwas lästig“ bis zu „massiv beeinträchtigend“. Tinnitusgeräusche können im Ohr einseitig oder beidseitig sowie lediglich im Kopfinneren auftreten.

Das Tinnitus-Phänomen ist im üblichen Alltag bei den meisten Menschen durch akustische Außenreize verdrängt und ihnen somit nicht bewusst.

chiropraktische Tinnitusbehandlung

Die chiropraktische Tinnitusbehandlung basiert zunächst auf einer gründlichen Anamnese. Die Behandlung setzt an mindestens fünf Schwerpunkten an. Dabei wird immer die gesamte Körperstatik betrachtet und behandelt.

Die Schwerpunkte der Behandlung bilden die obere Halswirbelsäule mit cranialem Übergang, das Kiefergelenk mit seinen unzähligen Noitzen u. Propriorezeptoren, das Iliosacralgelenk, der Schädel und das Hinterhaupt (Cranium, speziell os parietale und os occipitale) sowie Weichteilstrukturen der vorderen Halswirbelsäule (Ligamenti).

Der Therapieumfang und die Auswahl der erfolgversprechendsten Behandlungstechniken der Chiropraktik und Osteopathie richtet sich nach der Anamnese und Diagnosestellung des Patienten. Eine Tinnitusbehandlung ist vielschichtig, da die Ursachen des Tinnitus unterschiedlich sind.

Die Ursache des Tinnitus kann z.B. eine Dysfunktion des Innernohrs in Folge von Durchblutungsstörungen sein und/oder Nervenreizfehlinterpretationen sein. Die Ursache hierfür wird oft im Nervus fascilias und/oder des Nervus trigeminus gefunden.

Eine andere Ursache könnte z.B. im Kiefergelenk liegen: Die fordere Gelenkkapsel des Kiefergelenks ist vom Nervus auriculotemporalis umgeben. Ferner kann das Kiefergelnk durch eine Fehlstellung eine Zugspannung auf das Hinterhaupt ausüben.

Ich habe hier versucht mich verständlich auszudrücken, um Ihnen einen kleinen Einblick in mögliche Ursachen zu geben. Grundlage einer Tinnitusbehandlung in meiner Praxis ist immer das persönliche Gespräch über die eingesetzten Therapiemethoden. Ihre Fragen sind immer erwünscht und Sie werden immer wissen was ich warum tue.

Ich muss an dieser Stelle nochmals erwähnen, dass zur Durchführung vieler chiropraktischer und einiger osteopathischer Techniken an der Halswirbelsäule, speziell bei Tinnituspatienten, bildgebende Verfahren (zumindest Röntgenbilder) absolut notwendig sind.

Ablauf einer Osteopathie-Behandlung bei Tinnitus

Zu Beginn der Osteopathie-Behandlung eines Tinnitus steht eine sorgfältige Diagnostik, die bereits auf osteopathischer Basis geschieht. Dabei ertastet der Osteopath mit seinen Händen die behandlungsbedürftigen Körperpartien – zum Beispiel in der Halswirbelsäulenregion befindliche blockierte Gelenke oder zu stark verspannte Muskeln. Nach Abgleichen seiner hierbei gewonnen Erkenntnisse mit dem Tinnitus-Leiden seines Patienten entwickelt der Osteopath die Therapie.

Unter anderem widmet sich die Osteopathie-Behandlung gezielt dem Skelettsystem. Bei Tinnitus ist ein Zusammenhang mit Halswirbelsäulenbeschwerden möglich. Der Osteopath löst Gelenkblockaden. Mit seinen Händen bearbeitet er Bindegewebe, Muskeln, Bänder, Körperflüssigkeiten sowie innere Organe, wobei die Behandlung Letzterer unter dem Begriff „Viszeraltherapie“ bekannt ist. Die so gelösten Gelenkblockaden oder Muskelverspannungen können nachfolgend tatsächlich Tinnitusbeschwerden erleichtern, und zwar akute wie chronische.

Tinnitus-Behandlung mit Osteopathie

Der bei der Osteopathie sehr nahe Kontakt zwischen Patient und Therapeut dürfte mitverantwortlich dafür sein, dass diese Behandlungsform sowohl beim akuten als auch häufig selbst beim chronischen Tinnitus so gute Heilerfolge zeigt.

Bei der Osteopathie handelt es sich um eine der „manuellen“ Therapien“, womit solche Therapieformen bezeichnet sind, bei denen die Hände des Behandlers direkt – manuell – am Patienten arbeiten. Bei einem akuten sowie subakuten Tinnitus, der durch Halswirbelsäulenschäden ausgelöst wird, befürworten sogar die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und die Kopf- und Halschirurgie diese Therapieform. Trotzdem erkennen die Krankenkassen Osteopathie nicht automatisch als Behandlungsweise an und es ist ein separater Antrag auf Kostenerstattung einzureichen.